Inklusion Kindergarten, Schule & Freizeit
Inklusion Kindergarten, Schule & Freizeit

Schulen mit dem Schulprofil Inklusion

 

 

Von der Kultusministerkonferenz vorgelegte Datenzeigen:

 
In den Jahren von 2008/09 bis 2015/16 ist die Förderquote (Anteil der Schülerinnen und Schüler, bei denen ein sonderpädagogischer Förderbedarf diagnostiziert wurde) von 6 % auf 7,1 % gestiegen. In den Jahren 2008/2009 waren dies in den Förderschulen 4,9 % (Exklusionsquote), in den allgemeinen Schulen mit 1,1 % (Inklusionsquote) 18 % der Kinder und Jugendlichen mit einem diagnostizierten Förderbedarf. 2015/16 galt dies für 4,4 % in Förderschulen und für 2,7 % (38 % dieser Gruppe) in allgemeinen Schulen.
 
Die Verringerung der Exklusionsquote um nur 0,5 Prozentpunkte und der gleichzeitige Anstieg der Inklusionsquote um 1,6 Prozentpunkte zeigen: Der Anstieg des Anteils der Kinder, die mit einem Förderbedarf in allgemeinen Schulen lernen, von 18 % auf 38 % verdankt sich überwiegend der Tatsache, dass in den allgemeinen Schulen bei mehr Kindern und Jugendlichen ein Förderbedarf diagnostiziert wurde (einheitliche Diagnosestandards existieren bislang nicht).
 
Die Tatsache, dass sich die Exklusionsquote im betrachteten Zeitraum nur um 0,5 Prozentpunkte verringert hat, macht darauf aufmerksam, dass sich Deutschland dem Ziel der UN-BRK, möglichst alle Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern ohne Behinderungen zu unterrichten, nur in sehr kleinen Schritten annähert.
 
Nach wie vor ist zudem festzustellen, dass es zwischen den einzelnen Bundesländern auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem im Sinne der Bildungsagenda 2030 große Unterschiede gibt.
 
 

 

 

 

 

Schade, dass so ein Einsatz bisher für das Thema Inklusion in Starnberg und das Recht für behinderte Kinder eine inklusive am Wohnort besuchen zu können und eine inklusive Schullandschaft zu entwickeln nicht ermöglicht wurde und behinderte Kinder aus Starnberg weiterhin an andere Schulen mit einem Schulprofil Inklusion zugewiesen werden müssen,
um diesen besonderen Kindern echte Teilhabe zu ermöglichen, wie es von Deutschland seit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahre 2009 zugesichert wurde.

 

 

 

 

Es gibt nicht mehr die reine Trennung zwischen Regel- und Förderschule, sondern eine dritte Möglichkeit
der tatsächlichen Inklusion an einer Regelschule mit dem Schulprofil Inklusion.


 

sonderpädagogischer Förderbedarf
(sind in der Regel nichtbehinderte Kinder ohne anerkannte Schwerbehinderung z.B. LRS-Schwäche)

hoher sonderpädagogischer Förderbedarf
(sind Kinder mit festgestellter Schwerbehinderung von mindestens 50%)

 

 

sehr hoher sonderpädagogischer Förderbedarf
(sind Kinder mit festgestellter Schwerbehinderung von über 50%  und einer Kombination mehrerer sonderpädagogischer Förderbedarfe mit unterschiedlich starker Ausprägung und sehr hohem Unterstützungsbedarf)

 

 

 

Es ergeben sich derzeit 4 verschiedene Bildungsmöglichkeiten
für behinderte und kranke Kinder:

 

 

 

1. Möglichkeit:
Eine Förderschule /Förderzentrum

Hier ist keine Inklusion möglich, da die nichtbehinderten Kinder fehlen.
Die Teilhabe in der Gesellschaft wird nicht ermöglicht und es ist Separation und nicht Inklusion. Wenn behinderte Kinder aus der Gemeinschaft heraus genommen werden, werden sie exkludiert. Wenn Kinder aus dem Wohnumfeld genommen werden müssen und weit entfernte Förderschulen besuchen, ist dies das Gegenteil von Inklusion, da sie am Wohnort wie Fremde aufwachsen müssen, da sie nur wenige Kontakt zu Nachbarskindern aufbauen können.

 


2. Möglichkeit: 
Regelschule "ohne" Profil Inklusion
Eine "normale" Regelgrundschule oder weiterführende Regelschule
ohne das Profil Inklusion.
Hier ist nur eine integrative Beschulung möglich von Kindern mit sonderpädagogischer Förderung.
Bei Kindern mit hoher und sehr hoher sonderpädagogischer Förderung reicht diese Schulumgebung jedoch nicht aus um diese Kinder erfolgreich inklusiv zu unterrichten, da es an diesen Schulen keine Inklusionskonzepte gibt und 
Regelschullehrer/innen keine sonderpädagogische Ausbildung haben und diese Schulen keine festangestellten Sonderpädagogen haben. Der MSD (Mobile sonderpädagogische Dienst) ist viel zu selten an der Schule um inklusiven Unterricht optimal entwickeln zu können. Eine Sicherstellung der notwendigen Schulbegleitungen ist nicht durchgänging möglich, da diese weiter als Sozialleistung (Hilfeleistung) über andere Fördertöpfe beantragt werden müssen
also Bezirk und Jugendamt) und dort immer der Wunsch nach einer Kostenoptimierung (Einsparungspotenzial) von Sozialleistungen zu Grunde liegt, mit teils bürokratischen unüberwindbaren Hürden die zu Zuständigkeitsstreitigkeiten zwischen den beiden Behörden führen und teils langen Wartezeiten bei der Bearbeitung der Anträge, weil immer aktuelle klinische Gutachten (beim Jugendamt alle 6 Monate oder alle 12 )  verlangt werden, obwohl die Stellungnahmen
der Schulen laut Gesetz ausreichen dürfen, kann hier das Menschenrecht von schulischer Teilhabe (also Inklusion) n dieser Form keinen Erfolg haben.


 

3. Möglichkeit: 
Regelschule "mit" Profil Inklusion
(wird auch oft als Inklusionsschule bezeichnet)
Eine "normale" Regelgrundschule oder weiterführende Regelschule
mit dem Profil Inklusion.

Das ist eine "normale" Regelschule die erfolgreich das Profil Inklusion entwickelt konnte (ein inklusives Schulkonzept entwickelt hat und die Umsetzung von Nachteilsausgleichen und Förderplänen sicherstellen kann). 
Hier ist inklusiver Unterricht wirklich möglich, weil eine festangestellte Sonderpädagogin diese Schule mit 13 Wochenstunden unterstützt und weitere 13 Stunden einer Förderlehrerin erhält. Hier können behinderte Kinder
mit hohem und sehr hohem Förderbedarf erfolgreich in der Einzelinklusion unterrichtet werden.  „Im Gegensatz zur Integration will die Inklusion nicht die Kinder den Bedingungen der Schule anpassen, sondern die Rahmenbedingungen an den Bedürfnisse und Besonderheiten der Schülerinnen und Schüler ausrichten.“
 

 

 

4. Möglichkeit: 
Bildung in häusslicher Umgebung
Oft finden die Eltern keine inklusiven Schulplätze in der näheren Umgebung. Diese Kinder können dann trotz der Schulpflicht keine Schule besuchen. Sie müssen zu Hause bleiben oder in klinische Einrichtungen. Viele erhalten keine Schulbegleitung und dürfen/können die Schule dann nicht besuchen und andere können die Schulen nicht besuchen z.B. wegen starker Schulängste bei Autismus oder bei Eigen- und Fremdgefährdung. Dann ist nur Fernunterricht möglich, damit diese
Kinder eine Chance erhalten und Teilhabe. Leider werden diese Kosten bisher nur selten übernommen. Eltern müssen dies vor Gericht erstreiten.

 

 

 

 

Inklusion kann derzeit nur an Schulen umgesetzt werden, wenn diese das Schulprofil Inklusion entwickeln und anmelden. Natürlich gibt es auch Ausnahmen und Schulen wo trotzdem inklusiver Unterricht in einzelnen Klassen auch ohne Profil möglich ist, aber nur an Schulen mit dem Schulprofil Inklusion gibt es eine festangestellte Sonderpädagogin von
13 Wochenstunden für die Schule (was bei einer kombinierten Grund und Mittelschule sehr schlecht ist, da hier die 13 Stunden auf zwei Schulen aufgeteilt werden und dann zu wenig ist). Weiterhin können dann noch 7 - 12 zusätzliche Lehrerstunden genehmigt werden, wenn genügend Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf betreut werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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