Gefährdung der Teilhabe durch Verweigerung einer Inklusionsbegleitung auf Festvertragsbasis

 

 

 

Unser Problem ist, dass unser Sohn durch seine Frühgeburt an einer Immunschwäche, einer Lungenfunktionsschwäche, motorischen Problemen und an einer hypotonen Kreislaufschwäche mit Ohnmachtsanfällen leidet. Da unser Elias "Körperbehindert" ist, ist der Bezirk für diese Sozialleistung zuständig und da fängt es auch schon an. Teilhabe ist keine Sozialhilfe und muß darum anders eingegliedert werden, doch da Bayern seine Schulgesetze nicht ausreichend novelliert hat, existiert noch keine Inklusion in Bayern. Aus diesem Grunde heißten auch die Schulbegleitungen / Individualbegleitungen beim Jugendamt integrative Eingliederungshilfe. Denn hier ist die Inklusion überhaupt noch nicht angekommen. 

Doch unser Sohn braucht eine "inklusive" Individualbegleitung, die wir einfach "Inklusionsbegleitung" nennen, obwohl es dies noch garnicht gibt.

 

Da unser Sohn eine Immunschwäche hat und sich in der Schule oft ansteckt und dann sehr schnell krank wird, er auch noch eine Kreislaufschwäche hat und ständig in der Schule Zusammenbrüche erleidet, fehlt er oft in der Schule und bekommt derzeit verkürzten Unterricht, weil er körperlich nicht mehr schafft.

 

In Bayern werden die Schulbegleitungen aber nur auf tatsächlich erbrachte Stunden IN DER SCHUHLE angestellt und bezahlt. Sie erhalten in der Regel keine Festverträge. Diese Verträge laufen in der Regel zum Schuljahresende im Juli eines Jahres immer aus. Die Schulbegleitung bekommt also nur die Stunden  bezahlt, die sich das behinderte Kind in der Schule befindet.

Durch die vielen krankheits- und behinderungsbedingten Fehlzeiten bei Elias, möchte diesen Dienst natürlich niemand übernehmen und deshalb hat das Jugendamt auch keine Fachkraft gefunden, da unser Sohn wegen der Schwere seiner Erkrankung eine ausgebildete Begleitung benötigt. 

Offen sagen will das natürlich niemand und in schriftlicher Form natürlich erst recht nicht.

 

Darum benötigen wir und sicher noch einige andere Fälle in Deutschland, eine Inklusionsbegleitung die am besten direkt an der Schule angestellt werden könnte, aber dafür müßte Bayern sich mit dem Thema Inklusion auseinander setzen. Doch da wir nun ein neues Aufgabenfeld an den Schulen haben "die Digitalisierung" wird Inklusion in Bayern auch weiterhin kein vorzeigbares Projekt werden.

 

Laut ärztlichen Attest darf unser Sohn derzeit nur mit einer ausgebildeten Begleitung die Schule besuchen.

Wegen der vielen Fehlzeiten benötigen wir einen Festvertrag für die Schulbegleitung und das sie auch in häuslicher Umgebung tätig werden darf, wenn Elias wieder längere Krankheitsphasen durchmacht, damit seine Teilhabe nicht gefährdet wird. 

Doch das gibt es bisher weder beim Jugendamt noch beim Bezirk.


Neue Lösungen müssen her. Da wir nun seit fast 2 Jahren auf eine "Lösung" warten und hoffen und nichts passiert, haben wir nun einen Eilantrag beim Sozialgericht gestellt und hoffen dort auf Unterstütztung.
 

 

 

 

Bitte unterzeichnet diese Petition und leitet sie weiter, damit Elias bald wieder in seine Schule gehen kann.
 

Petition vom 29.01.2018
 

Starnberg verweigert behinderten Menschen die Teilhabeleistung als Schulbegleitung nicht mit Absicht, aber es passiert leider trotzdem. Ich habe nun verstanden, dass es an der falschen Zuordnung einer Sozialleistung liegt und an sehr starren Strukturen der Behörden, fehlenden inklusiven Gesetzen, fehlender Ausbildung und fehlenden finanziellen Mitteln. Inklusion muß auch in den Behörden gelebt werden.

Für behinderte Kinder/Menschen müssen auch kurzfristige individuelle Lösungen möglich werden, damit Inklusion gelingen kann und unser Elias endlich wieder zur Schule gehen kann. Elias kann nun seit 01.02.2018 nicht in die Schule gehen.

 

Vielen Dank! 
Susann Dohm

 

 

 

***

 



Damit auch "kleine" Menschen eine Chance im deutschen Bildungssystem haben !

 

Elias ist auf diesem Foto nur wenige Minuten alt.
Da Elias Lunge bei seiner Frühgeburt verklebt war, konnte er nicht richtig
beatmet werden. Elias kämpfte tapfer zwei Tage lang um sein Leben und
es geschah ein Wunder. Elias überlebt und scheitert nun am deutschen Bildungssystem.

 


Weil diese besonderen Kinder (die man "behindert" nennt, aber eigentlich von den Behörden behindert werden) großartige und tapfere kleine Kämpfer sind mit großen Herzen und obwohl sie alle einen schweren Start hatten, wird ihnen echte Teilhabe in der Gesellschafft im Jahr 2018 immer noch verwehrt.

 

 

Elias, 7. Jahre alt, zu seiner Einschulung an seiner 1. Grundschule (ohne Profil Inklusion). Er hatte sich damals so sehr auf seine Einschulung gefreut und um dort neue Freunde zu finden und um zu lernen. Körperliche Gewalt kannte Elias bis dahin noch nicht, das lernte er das 1. Mal in der Schule, als er in der erste Schulwoche von drei Jungs (damals waren die Mitschüler 6. Jahre alt) in der Sportumkleide bedrängt und dann mit mehreren Faustschlägen ins Gesicht geboxt wurde.

Damals brach eine Welt für ihn zusammen. Elias wurde durch die Schläge am Kopf verletzt, hatte eine Prellung, Kopfschmerzen und Tinitus. Weil Elias durch seine Frühgeburt nicht richtig entwickelte Gehörgänge hat, hatte er dadurch starke Schmerzen und Pfeifgeräusche im Ohr. Elias hatte große Ängste, durch die Schläge sein Gehör verlieren zu können. Da wir ständig bei Ärzten und in Kliniken sind, wachsen Kinder mit Behinderungen nicht so unbeschwert auf wie nichtbehinderte Kinder/Menschen, denn sie wissen was das Wichtigste im Leben ist:

 

"Gesundheit".

Zum Glück konnte ein Schulwechsel und eine erfahrene Grundschule mit dem Profil Inklusion, seine kleine verletzte Kinderseele wieder heilen.
Dafür sind wir unendlich dankbar.

 

 

 

Elias ist ein besonderes Kind

 

Ohne Elias wäre all das nicht möglich. Wir haben viele Gesprächspartner bei uns zu Besuch, Politiker/innen, Lehrer/innen, Mitarbeiter/innen vom Jugendamt, Anwälte, Eltern mit ihren behinderten Kindern. Elias ist es sehr wichtig, dass andere Menschen erfahren was wir und andere Betroffene alles durchmachen müssen, damit es Kindern in der Zukunft leichter haben. Er hat diese kleinen Gedichte für mich geschrieben als Dank für meine Hilfe.
Susann Dohm

 

 

 

 

 

 

 

Elias Dohm, 10 Jahre 

 

 

 

 

Und damit nicht jede Familie für ihr Recht kämpfen muß und auch nicht jede Familie die finanziellen Mittel dafür aufbringen kann, müssen die Schulgesetze schnellstens entwickelt werden, deshalb unterstützt auch diese Petition und leitet sie in den Netzwerken weiter.

Es ist die Grundlage dafür, dass die Strukturen überhaupt gelebt und aufgebaut werden können, denn nur wenn die Eltern es schnell einfordern können (denn die Grundschulzeit ist schnell vorbei) kann die inklusive Beschulung gelingen. Die Familien können nicht jeden Fall vom Richter als sogenannten "EINZELFALL" entscheiden lassen.

 

 

 

 

 

Copyright / Urheberrechte
Die aufgelisteten Zitate stammen aus unters chiedlichen Quellen - teilweise selbst verfaßt, teilweise von
anderen Autoren bzw. aus Internetseiten, zugesandten Mails etc. Leider sind die ursprünglichen Urheber,
Autoren oder eventuelle Rechte-Inhaber nicht immer nachvollziehbar. Bei der Auswahl bin ich bemüht,
keine geltenden Urheberrechte oder gültige Copyrights zu verletzen. Im Falle einer versehentlichen Rechtsverletzung, bitte ich um eine kurze Nachricht. Eine nicht vorhandene Quellenangabe hole ich dann sofort nach bzw. entferne das Zitat von der Webseite. 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Inklusionsbewegung Starnberg