Prüfung der Schulfähigkeit trotz Inklusion?

 

 

 

 

Anbei eine Bachelorarbeit aus dem Jahre Juni 2009
 
Das Fazit sagt bereits im Jahr 2009, das die SEU, Schuleingangsuntersuchung durch das Gesundheitsamt
in der Form heute nicht mehr ethisch und auch nicht mehr wirtschaftlich gerechtfertigt werden kann.
 

 

 

 

"Bachelorarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Bachelor of Arts (B.A.) 
 
Schulfähigkeit und Schuleingangsuntersuchung in der Diskussion 
 
 
Name: Anna Stefan 
URN: urn:nbn:de:gbv:519-thesis2009-0108-1
Erstprüfer: Prof. Dr. Marion Musiol 
Zweitprüfer: Dipl.- Soz.- Päd. Dagmar Grundmann Datum: 30.06.2009 
 
 
 
 
 
Fazit:
 Am Ende dieser Arbeit steht, auch wenn ein Großteil der Interviewten mit der SEU zufrieden ist, ganz klar die Erkenntnis, dass sie mit dem Wissen aus den positiven Praxisbeispielen und der Forschung heute nicht mehr haltbar ist. Die Etikettierung am Schulanfang verletzt die Würde des Kindes und führt nicht selten dazu, dass ein Teil seiner Lernfreude, Leistungszuversicht und des Lebensmutes verloren geht. Es sollte in Deutschland, ebenso wie es in Finnland der Fall ist, das Motto gelten: „Kein Kind wird zurückgelassen!“ (Kaczmarek 2007, S. 37 (Internetquelle)). Die skandinavischen Pädagogen verstehen nicht, dass in Deutschland jedes Jahr so früh und so häufig Kinder „aussortiert“ werden. Die PISA Studie 2000 zeigt, dass 36% der 15 Jährigen eine um ein oder sogar zwei Jahre verzögerte Schullaufbahn haben (vgl. Artelt u. a. 2001, S.47). 
 
Dies ist nicht nur ethisch, sondern bei der demografischen Entwicklung Deutschlands auch wirtschaftlich nicht mehr zu rechtfertigen. 
 
Immer häufiger wird auch die Forderung aus Wirtschaft und Politik laut, Mädchen und Jungen frühere und bessere Bildung zukommen zu lassen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und internationale Konkurrenzfähigkeit zu wahren. Außerdem legen Untersuchungen nahe, „dass eine Zurückstellung und spätere Einschulung generell nicht zu erfolgreicheren Schulleistungen führt – wohl aber zu älteren Schülern.“ (Rossbach 2001, S. 171). Auch dies entzieht der Selektion am Schulanfang jegliche Rechtfertigungsgrundlage. 
In dieser Arbeit kommt aber ebenfalls zum Ausdruck, dass eine Abschaffung der SEU ohne weitere Veränderungen der Schuleingangsphase nur zu höheren Sitzenbleiberquoten und wahrscheinlich auch zu überforderten Lehrerinnen, sowie Schülerinnen und Schülern führen würde. Die Gesellschaft hat sich gewandelt, aber das deutsches Schulsystem ist noch auf dem Stand von vor 25 Jahren (vgl. Hahne 2005, S. 21). "
 
 

 

 

 

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