Inklusion Kindergarten, Schule & Freizeit
Inklusion Kindergarten, Schule & Freizeit

Forderungen an den Freistaat Bayern

 

 

 

 

Wir wünschen uns eine Grundschule, eine weiterführende Schule und ein Gymnasium in Starnberg die in Kürze damit beginnen das Profil Inklusion zu entwickeln (bedeutet ein Inklusionskonzept erarbeiten) und Kinder mit Behinderungen aufnehmen und eine fest angestellten Sonderpädagogin einstellen. Eine gute Novellierung der bayerischen Schulgesetze zur Inklusion.  

 

Eine Neuregelung der Zuständigkeiten und Kostenübernahme von Schulbegleitungen. Schulbegleitungen müssen mit Festverträgen direkt an den Schulen angestellt werden. Die Schulen kümmern sich dann um die Bürokratie mit dem Bezirk und dem Jugendamt.

 

Eine Übergangsregelung mit einem leichteren Zugang per Gastschulantrag zu einer Inklusionsschule die das Profil bereits entwickelt hat (außerhalb des Wohnsprengels und des Landkreises) mit einer Kostenübernahme und Sicherstellung der Beförderung. 


Dies würde der UN-Behindertenrechtskonvention wirklich entsprechen, schulische Teilhabe ermöglichen und somit ein Menschenrecht erfüllen.

 

 

 

 

 

 

Was wir uns wünschen

 

Wir wünschen eine Entwicklung von flächendeckender Inklusion an den Regelschulen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Qualität der Bildungseinrichtungen zu verbessern. Wir wünschen eine Weiterentwicklung von 

Inklusion, Demokratie und Transparenz an deutschen Regelschulen. Das können wir nur erreichen, wenn die vorhandenen Mittel und die sonderpädagogische Förderung konsequent an die Regelschulen umgeschichtet werden. Wir möchten an jeder Schule ein "Elternforum für Inklusion" entwickeln um die Rechte behinderter Schüler auch einfordern zu können.

Volle Klassenzimmer, überforderte Lehrerinnen und Lehrer sowie marode Schulgebäude sind nicht der Inklusion anzulasten, sondern eine Folge desse, dass unbedingt zwei Systeme aufrechterhalten werden sollen.

Da es in Bayern noch keine flächendeckende Inklusion gibt, müssen wir Eltern unsere Rechte kennen und diese einfordern. An den Regelschulen wird bisher versucht, Kinder die einen erhöhten oder hohen sonderpädagogischen Förderbedarf haben und somit nicht dem bisherigen Regelschulsystem und Regelschulplan entsprechen, in die Systeme der "gesunden Kinder" zu integrieren und das führt zu einer Überforderung der behinderten Kinder, der Mitschüler und der Lehrer.

Wenn die Inklusion des Schülers dann gescheitert ist, werden sie aus dem Regelschulsystem exkludiert oder sogar ausgeschult, auf Förderschulen verwiesen oder Eltern befinden sich plötzlich sogar in einem Streit mit den Behörden, weil sie ihr Recht auf eine wohnortnahe und inklusive Beschulung einfordern und da es eine Schulpflicht gibt, es dann zu "falschen" Kindeswohlgefährdungsanzeigen kommt.

Seit Deutschland die UN Resolution 2011 ratifiziert hat, dürfen die Eltern den Lernort wählen, auch in Bayern.
Jedoch verweigert sich Bayern der Novellierung des bayerischen Schulgesetzes, um eine Inklusion auch tatsächlich zu ermöglichen. Das hat leider dazu geführt, dass sich die Lernbedingungen an den Regelschulen für behinderte Kinder bis heute nicht erfolgreich entwickelt werden konnten und Schüler mit einem erhöhten sonderpädagogischen Förderbedarf, die eine Regelschule ohne Profil Inklusion besuchen, zum Scheitern verurteilt sind.

So gibt es z.B. keine einheitlichen Inklusionskonzepte für Schulen. Derzeit gibt es an den Regelschulen ohne Profil Inklusion nur die Einzelintegration mit Nachteilsausgleich, Schulbegleitung (wenn diese vom Bezirk oder Jugendamt bewilligt werden kann) und dem MSD (Mobile Sonderpädagogische Dienst), was Inklusion zum Nulltarif ist  und tatsächlich Integration bedeutet und keine Inklusion darstellt.


 „Im Gegensatz zur Integration will die Inklusion nicht die Kinder den Bedingungen der Schule anpassen, sondern die Rahmenbedingungen an den Bedürfnisse und Besonderheiten der Schülerinnen und Schüler ausrichten.“ 
 

Eine inklusive Beschulung kann derzeit nur gewährleistet werden, wenn eine Sonderpädagogin an der Schule fest angestellt ist, weil Lehrer keine sonderpädagogische Ausbildung haben, um die Vielzahl der verschiedenen Bedürfnisse behinderter Kinder richtig einschätzen und begleiten zu können. Besser wäre eine kleinere Klassengröße mit zwei Lehrern (Tandembesetzung, eine Lehrerin, eine Sonderpädagogin).

Solange es keine Inklusion gibt, müssen wir Eltern wissen wann ein Gastschulantrag für eine Profilschule in einem anderen Landkreis möglich wäre, wie eine Schulbegleitung frühzeitig beantragt werden kann, wann Hausunterricht für Kranke möglich ist oder eine Fernbeschulung genehmigt werden kann.

Wir wünschen eine Entwicklung von flächendeckender Inklusion an den Regelschulen. Das können wir nur erreichen, wenn die vorhandenen Mittel und die sonderpädagogische Förderung konsequent an die Regelschulen umgeschichtet werden.

 

In Bayern haben in 10 Jahren nur ca. 240 Regelschulen von insgesamt über ca. 100.000 Regelschulen 
das Profil Inklusion entwickelt. Eine inklusive Beschulung ist derzeit NUR mit einer fest angestellten Sonderpädagogin möglich.

Bisher besuchen in Bayern nicht mehr behinderte Kinder eine Regelschule, sondern es werden nur mehr "nichtbehinderte Schüler" zu Schüler mit sonderpädagogischer Förderung erklärt.

 

Für mich persönlich ist die Teilhabe in der Gesellschaft und der individuelle Unterricht das Wichtigste und dies
ist an einer Sonderschule/Förderschule nicht in dem Umfang möglich, den ich mir für Kinder mit Behinderungen wünschen würde. Trotzdem muß es aber weiterhin wohnortnahe Bildungsmöglichkeiten/Lernorte für sehr kranke und sehr stark behinderte Kinder geben, aber mit
mehr Mitspracherechte der Eltern und mehr Transparenz der Fördereinrichtungen.

Ich möchte betroffene Eltern dazu ermuntern ihr Schweigen zu brechen und nach eigenen Wegen
in dieser Gesellschaft zu suchen. Inklusion ist ein Menschenrecht.
Die Gesellschaft muss nach der Ratifizierung alle Kinder inklusiv einbeziehen.
Ich weiß, dass ist schwer, weil diese Kinder/Menschen für die Politik nicht wichtig sind
und es eine starke Minderheit ist, es keine Lobby für Behinderte gibt und wir Eltern 
bisher von den Politikern und Entscheidern nicht wirklich ernst genommen werden.
Aber wir haben Rechte und müssen lernen diese gezielt und gebündelt einzufordern.

 

Es ist die Aufgabe des Staates dieses durchzusetzen.

Auch in Bayern !

 

Susann DohmInklusionsaktivistin

 

 

 

 

Inklusion als Glücksspiel?
 
Ich komme immer noch nicht darüber hinweg, dass ein Schulamt sagt "Inklusion sei reine Glückssache". Gemeint ist, wenn man zufällig im Wohnsprengel einer Schule wohnt die Inklusion bereits umsetzen
kann in Form einer Inklusionsschule z.B. oder einer Kooperationsklasse.
 
 
Für alle Mitarbeiter der Schulen, Schulämter, Jugendämter in Bayern:
 
 
Zitat von Herrn Dr. Hans Wocken:
 
"Die Behindertenrechtskonvention (BRK) ist kraft ihrer Ratifizierung durch die Bundesrepublik Deutschland auch ein innerstaatlich geltendes Recht. Künftig müssen deutsche Gerichte in allen gerichtlichen Verfahren, die einen inhaltlichen Bezug zur Inklusionsthematik haben, bei den richterlichen Entscheidungen nicht allein die einschlägigen bundes- und länderspezifischen Rechtsordnungen berücksichtigen, sondern die Urteile auch im Lichte der BRK fällen und begründen.
 
Die BRK bestimmt in Art. 24, Abs. 2: Bei der Verwirklichung des Rechts auf inklusive Bildung stellen die Vertragsstaaten sicher, dass „Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden und dass Kinder mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden“.
 
Diese Bestimmung ist eindeutig; sie verbietet unmissverständlich eine Sonderschulpflicht, nicht die Sonderschule selbst. Positiv formuliert bedeutet das Verbot der Sonderschulpflicht ein Recht auf den Besuch einer allgemeinen Schule. Allgemeine Schulen sind die Grundschule, die Hauptschule, die Realschule, das Gymnasium und ähnliche Schulformen, die aber anders benannt werden und phantasievolle Namen tragen (Gemeinschaftsschule, Stadtteilschule, Oberschule u.ä.). Sonder- und Förderschulen sind allgemeinbildende Schulen, aber keine allgemeinen Schulen – eine hochbedeutsame Unterscheidung, die von den Inklusionskritikern und -gegnern gerne und immer wieder durcheinandergebracht wird."
 
 
Zu der Frage ob "geistig Behinderte" einen Anspruch auf einen Platz am Gymnasium haben, kann ich folgendes sagen:
 
Solange es kein "inkusives" Schulsystem gibt und die Schulgesetze nicht den Anforderungen der BRK entsprechend novelliert werden (wozu Deutschland natürlich verpflichtet ist, sonst hätten sie es nicht unterzeichnen dürfen) ist es im Moment rechtlich noch nicht einzufordern.

Die jetztigen Gesetze in Bayern sind auf ein veraltetes gegliedertes und leistungsorientiertes Schulsystem  aufgebaut. Ich gehe sogar so weit zu sagen, da die rechtlichen Voraussetzungen zur Umsetzung von Inklusion
an den Schulen nicht geschaffen wurden, verlangen wir die freie Schulwahl oder eine Schaffung von anderen Möglichkeiten in Form von neuen Lernumgebungen wie z.B. Kooperationsklassen (was einer echten Inklusion zwar auch noch nicht entspricht) an den Gymnasien oder einer übergangsweisen Individualbeschulung in Form einer Fernschule bis sich inklusive Strukturen auch an den Gymnasien geschaffen werden konnte.
 
Wenn die Schulen und der Staat weiterhin auf eine Schulpflicht für behinderte Kindern besteht, dann bestehen wir auf die Einhaltung der BRK und fordern die sofortige Entwicklung einer "inklusiven Schullandschaft in Bayern". 
Susann Dohm
 
 

 

 

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